Der Model-Steckbrief für Chatter
Ein Model-Steckbrief hält Ton, Wortschatz, Emoji-Gebrauch, Grenzen, Hintergrundfakten und No-Gos schriftlich fest, damit jeder Chatter und jedes Tool gleich klingt. Er verhindert, dass Fans merken, dass in der Nacht jemand anderes schreibt als am Tag. Je konkreter er ist, desto weniger Rückfragen und Fehler gibt es.
Warum ein Steckbrief überhaupt nötig ist
Stell dir vor, ein Fan schreibt dem Model abends um acht und bekommt eine lockere, freche Antwort. Um zwei Uhr nachts schreibt er wieder und liest plötzlich förmliche Sätze. Am nächsten Tag fragt er nach dem Hund, und der Chatter weiß nichts von einem Hund. Der Fan hat dann nicht das Gefühl, mit einer Person zu schreiben, sondern mit einem Callcenter.
Genau das verhindert ein Steckbrief. Er ist ein kurzes Dokument, in dem steht, wie das Model klingt und was es über sich erzählt. Jeder Chatter, jede Schicht und auch jedes Tool arbeiten damit. Er ist die einzige Quelle für die Frage „Würde sie das so sagen?“.
Was hineingehört
Ein guter Steckbrief ist kurz genug, dass ihn wirklich jemand liest, und konkret genug, dass er Entscheidungen erleichtert. Diese Punkte haben sich bewährt:
- Ton: frech, warm, ruhig, schlagfertig? Dazu zwei oder drei echte Beispielsätze, die so vom Model stammen könnten.
- Wortschatz: Wörter und Wendungen, die es oft sagt („Süßer“, „na du“), und solche, die es nie benutzt.
- Emojis: welche, wie viele, wo. Manche Models setzen eines pro Nachricht, andere gar keins.
- Schreibstil: Groß- und Kleinschreibung, Satzlänge, ob Tippfehler passieren dürfen.
- Hintergrundfakten: Vorname, Wohnort, Beruf oder Hobbys, Haustiere, Lieblingsessen. Nur das, was das Model wirklich preisgeben will.
- Grenzen und No-Gos: Themen, über die nicht gesprochen wird, und Dinge, die nicht angeboten werden.
Alles, was nicht klar festgelegt ist, erfindet im Zweifel ein Chatter selbst. Und was ein Chatter erfindet, widerspricht später dem, was ein anderer erfindet.
Für Fragen, die im Steckbrief nicht vorkommen, brauchst du außerdem eine Regel. Eine bewährte lautet: nichts Neues über das Privatleben erfinden, freundlich ausweichen oder mit einer Gegenfrage antworten, und die Lücke danach im Steckbrief ergänzen. So wächst das Dokument mit dem, was Fans wirklich fragen.
Ein kurzer Beispielauszug
So kann ein Auszug aussehen. Er ist nur ein Beispiel und gehört zu einer ausgedachten Person:
Ton: warm und ein bisschen frech. Schreibt kurze Sätze, meist klein. Ein Emoji pro Nachricht, am liebsten 😊 oder 😏. Sagt „na du“ und „Süßer“. Sagt nie „Sehr geehrter“, nie „hiermit“.
Hintergrund: wohnt in Köln, arbeitet im Café, hat eine Katze namens Mona. Reist gern, war letztes Jahr in Lissabon.
No-Gos: spricht nicht über Familie, nennt keine Adresse, trifft sich nicht privat.
Mit so einem Auszug kann ein neuer Chatter in zehn Minuten sauber schreiben. Fragt ein Fan nach der Katze, weiß jede Schicht, dass sie Mona heißt. Ebenso klar ist, was nicht beantwortet wird, ohne dass jemand in der Nachtschicht lange überlegen muss.
Konsistenz über Schichten und Tools
Der Steckbrief selbst reicht nicht, wenn jeder Chatter ihn anders liest. Drei Dinge machen ihn im Alltag wirksam:
- Ein zentraler Ort: ein Dokument, auf das jede Schicht zugreift, nicht fünf Kopien in verschiedenen Chats.
- Fan-Notizen: Alles, was ein Fan erzählt, kommt ins Fan-Profil, damit der Nächste anknüpfen kann. Wie das bei einem Team im Vergleich zu einem KI-Chatter aussieht, steht in KI-Chatter oder Chatter-Team?.
- Stichproben: Lies einmal pro Woche ein paar Chats quer durch alle Schichten und prüfe, ob sie nach derselben Person klingen.
Wer mit einem KI-Chatter arbeitet, sollte den Steckbrief besonders ernst nehmen. Ein Tool kennt nur, was du aufschreibst. Je genauer der Text, desto näher klingt das Ergebnis am Original. Wie du dabei vorgehst, steht in KI-Chatter einführen.
Neue Chatter sollten den Steckbrief ausprobieren, nicht bloß lesen. Lass sie an fünf echten Beispielnachrichten üben und von einer erfahrenen Kollegin gegenlesen. Nach ein paar Tagen sitzt der Ton, und die Fans merken den Schichtwechsel kaum noch.
Den Steckbrief pflegen
Ein Steckbrief ist nie fertig. Das Model zieht um, bekommt einen neuen Haarschnitt oder will eine andere Sprache. Plane deshalb eine feste Durchsicht, zum Beispiel einmal im Quartal oder nach jeder größeren Änderung. Halte das Datum der letzten Änderung im Dokument fest, damit klar ist, welcher Stand gilt. Sag dem Team außerdem Bescheid, wenn sich etwas ändert, und verlass dich dafür nicht auf das Dokument allein. Sonst arbeitet eine Schicht noch wochenlang mit dem alten Stand.
Hole außerdem das Model selbst ins Boot. Niemand kennt ihren Ton besser. Lass sie beim Lesen markieren, was nicht passt, und nimm echte Nachrichten von ihr als Vorlage. Ein KI-Chatter wie WhaleChat chattet im Ton des Models. Ein guter Steckbrief erleichtert das Onboarding spürbar.
Häufige Fragen
Was gehört in einen Model-Steckbrief?
Ton und Beispielsätze, typischer Wortschatz, Emoji-Gebrauch, Schreibstil, Hintergrundfakten, Grenzen und No-Gos.
Wie lang sollte ein Steckbrief sein?
Kurz genug, dass ihn jeder wirklich liest, meist ein bis zwei Seiten. Lieber konkrete Beispiele als lange Beschreibungen.
Wie halte ich Chats über mehrere Schichten gleich?
Mit einem zentralen Dokument, gemeinsamen Fan-Notizen und wöchentlichen Stichproben über alle Schichten hinweg.
Wer sollte den Steckbrief schreiben?
Am besten das Team gemeinsam mit dem Model selbst. Echte Nachrichten von ihr sind die beste Vorlage.